Gesellschaft verändern

Das ist unser Anliegen!

Pflegekinder werden nach dem Gesetz wie Scheidungskinder behandelt.

Leider wird diese Regelung der Situation vieler Kinder nicht gerecht. Denn oft müssen diese Kinder ihre Familie, ihr Zuhause und die gewohnte Umgebung plötzlich verlassen, weil schreckliche Dinge an ihnen oder um sie herum geschehen sind.

Kinder, die unter den Folgen von frühen Stresserfahrungen, sozialen, emotionalen oder physischen Traumata leiden, haben oft ihr Leben lang mit starken Problemen zu kämpfen. Ihre kindliche Welt war ganz und gar nicht in Ordnung, sie können nicht mehr vertrauen, sie haben wenig Antrieb und Lebensmut.

Durch die Umgangsregelung nach Scheidungsrecht (die Eltern haben das Recht und die Pflicht, ihre Kinder zu sehen), kommt es häufig vor, dass traumatisierte Kinder genau an den Ort und zu den Personen zurück gehen müssen, die das Trauma hervorgerufen oder nicht verhindert haben. Man nennt das Re-Traumatisierung.

Die Kinder entwickeln dauerhafte Ängste und werden in ihrer Entwicklung erneut zurück geworfen.

Noch immer  gibt es in Deutschland keine gesetzliche Pflicht für Familienrichter, sich psychologisch oder pädagogisch weiter zu bilden. So scheint es mehr als schwierig, kompetent und einfühlsam Entscheidungen treffen zu können, die dem Wohl des Kindes tatsächlich nahe kommen.

Es ist unsere Hoffnung, dass der Gesetzgeber bald angemessen reagiert und Änderungen auf den Weg bringt. Die Reform des Kinder- und Jugendschutzgesetzes (wo u.a. auch endlich eine rechtliche Grundlage für Pflegefamilien geschaffen werden könnte) wird ja seit Jahren lebhaft diskutiert.

Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder auch ein Recht auf ein stabiles Zuhause und auf Bleiben haben sollen. Kindliche positive Entwicklung ohne Unsicherheit und Angst, die von außen begünstigt werden, sollte im Europa des 3. Jahrtausends möglich werden.

Aktuell sind wir im Gespräch mit verschiedenen Fraktionen des Kreistages von NWM, um Ideen zur Entwicklung der Arbeit mit Pflegefamilien weiter zu geben.